Foyer der Wissenschaften

Bachelor-Thesis

HafenCity Universität Hamburg

Konzeptionelles Entwerfen und Gebäudelehre

Prof. Klaus Sill | Gerd Streng

Juni 2016

Bearbeitung gemeinsam mit:

David Gripp

Der Allende-Platz ist ein undefinierter Raum hinsichtlich seiner Durchwegung und seines Nutzungsspektrums als Parkplatz, Gastronomiezone und Eingang zur Universität Hamburg. Das Ziel ist es, den Übergang vom urbanen Stadtraum des Grindelviertels zum Von-Melle-Park zu schaffen. Ein Studienzentrum als signifikanter Zugang zum Campus der Geisteswissenschaften: Das Foyer der Wissenschaften

Es soll eine Passage mit einem Gegenüber von öffentlichen Nutzungen entstehen, die als Verlängerung der Bornstraße funktioniert. Nach Süden setzt der Baukörper in Form eines Turms ein Zeichen für die Universität, indem er in die Höhe wächst. Parkplätze werden ersetzt und durch eine an der Nordseite integrierte Tiefgaragenzufahrt unter das Gebäude verlegt.

Die durchlässige Erdgeschosszone tritt mit der Stadt in Wechselwirkung und bietet durch lebendige stadtteilkonforme Nutzungsbausteine wie Fahrradwerkstatt, Café, Hörsaal und Ausstellungsfoyer eine repräsentative Kommunikationsplattform zwischen der Stadtöffentlichkeit und den Mitgliedern der Universität. Der interne Bereich beginnt ab dem ersten OG mit Seminarräumen, Hörsaalzugang, Büros und Arbeitsplätzen und wird über freie Treppen im Foyer erschlossen.

Der Turm soll den Studierenden Freiraum für neues Denken durch erstklassige studentische Arbeitsmöglichkeiten bieten. Open Space Geschosse wechseln sich mit ruhigen Einzel- und Gruppenraumgeschossen ab. Verbunden über einen kommunikativen Rundlauf um den Gebäudekern wird die Stadt aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahrgenommen. Spannungsvolle Ein- und Ausblicke über schmale Fensteröffnungen in der Fassade verknüpfen den Neubau mit seiner Umgebung und ermöglichen den Dialog mit der Stadt. Im obersten Geschoss befindet sich ein Café über der Stadt, das den Rundlauf abschließt.

Eine verschleierte Transparenz wird erzeugt, indem geschosshohe Paneele aus Streckmetall die Fassade wie ein Vorhang aus dünnem Stoff umspielen. Eingehüllt durch die vorgehängte Fassade werden tagsüber die einfallenden Sonnenstrahlen gefiltert und durchfluten das Innere des Gebäudes je nach Sonnenstand mit einem diffusen Licht, was einen weitläufigen Blick über die Dächer der Stadt ermöglicht. So entsteht eine sanfte visuelle Schwelle zwischen einem Ort der Arbeit und Ruhe und der pulsierenden Stadt.

Das Gebäude wirkt introvertiert und geheimnisvoll von außen, jedoch im vollverglasten Sockelgeschoss durchlässig und einladend. Abends schwinden die Grenzen und die Fassade gibt Einblick in die beleuchteten Innenräume. Der weiße neutrale Körper leuchtet bei Nacht und wird als prägnantes skulpturales Bauwerk zum Anziehungspunkt am Von-Melle-Park.

© 2016 Jurek Prüßner